Warum sind manche Menschen im Berufsleben erfolgreicher als andere, obwohl beide die gleiche Qualifikation besitzen? Was zeichnet die Erfolgreichen aus, was andere nicht haben? Wie man mittlerweile weiß, spielt die sogenannte „Chancen-Intelligenz“ dabei eine wichtige Rolle. Darunter verstehen Experten die Fähigkeit eines Menschen, seine persönlichen Chancen zu erkennen und vor allem auch zu nutzen. Außerdem muss man auch der Chance selbst eine Chance geben. Aber wie macht man das?

Der Zufall als Weichensteller

Hier kommt der Zufall ins Spiel. In der Philosophie gibt es viele Definitionen für den Zufall. Die Gebrüder Grimm haben ihn so definiert:  „Der Zufall ist das unberechenbare Geschehen, das sich unserer Vernunft und Absicht entzieht.“ Und genau solche Zufälle sind es, die unser Leben kräftig mitbestimmen, im Privatleben ebenso wie im Job.

Häufig unterschätzt

Eine Tatsache, die oft ausgeblendet wird. Der Zufall erscheint uns bedrohlich. Er macht das Leben unberechenbar. Deshalb bemühen wir uns auf vielerlei Art in unserer Lebensplanung den Zufall auszuschalten. Aber das ist falsch. Tatsächlich sind viele Erfolgsstories auf Zufälle zurückzuführen. Im Nachhinein wird das mitunter gerne ausgeblendet und von den Betroffenen als Ergebnis  besonders kluger Strategien umgedeutet. Kausale Zusammenhänge lassen sich im Rückblick leicht konstruieren. Doch was für die Vergangenheit noch angehen mag, ist für die Gestaltung der Zukunft eher hinderlich. Denn der Zufall birgt zwar Risiken aber vor allem auch Chancen. Die gilt es zu nutzen.

Der Zufall als Karrierehelfer

Chancen erzeugen – dem Zufall auf die Sprünge helfen

Karriereberater*innen plädieren deshalb dafür, den Zufall bei der Lebensplanung bewusst mit einzubinden. Im Grundsatz bedeutet das, neben aller Zielstrebigkeit offen und flexibel zu bleiben. Nur wer sich nach außen öffnet, erhält die Chance auf neue Ideen. Je mehr Kontakte, desto besser. Dabei sollte man sich allerdings nicht nur mit Gleichgesinnten umgeben. Neuorientierung braucht einen Perspektivwechsel. Neue Kontakte mit Menschen aus anderen Berufs- und Lebenswelten eröffnen solche neuen Perspektiven. Auch private Aktivitäten, Hobbys, Weiterbildungen und Kurse erhöhen die Chance auf unerwartete Impulse.

Chancen wahrnehmen

Wer den Zufall für sich nutzen will, muss aber auch in der Lage sein, die Chancen zu erkennen und zuzugreifen. Das setzt allerdings eine  Entscheidung voraus. Wer dabei auf 100prozentige Sicherheit setzt, tut sich schwer. Denn die Zukunft ist nicht berechenbar. Jede Entscheidung bedeutet also immer auch ein Risiko. Und sei es nur das Risiko, die vielen anderen Entscheidungsmöglichkeiten nicht gewählt zu haben. Doch davon sollte man sich nicht schrecken lassen.

Bauchgefühl ernstnehmen

Wer den Zufall nutzen will, braucht neben Neugier und Offenheit auch den Mut zur Entscheidung. Dabei sollte man sich nicht nur auf den Kopf verlassen. Eine kluge Analyse ist wichtig, aber ebenso wichtig ist das Bauchgefühl.

Loslassen können

Mut zur Entscheidung bedeutet aber zugleich den Mut loszulassen, alte Pfade zu verlassen, neue Wege zu begehen. Wer den Zufall nutzen will, muss sich also auch trennen können, von alten Gewohnheiten aber auch von Menschen oder Lebensumfeldern, die uns nicht gut tun.

Kompetenzen erkennen und fördern.

Zu den wichtigsten Voraussetzungen, um Zufälle wahrzunehmen und Chancen zu nutzen, zählt auch ein geschärfter Blick. Dazu sollten wir uns klar machen, welche Kompetenzen wir bereits haben oder auch weiter fördern wollen, welche inneren Antreiber uns steuern und welche Visionen uns beflügeln.

Falls Ihnen die Selbstreflexion mit sich alleine schwerfällt, ein gutes Coaching kann beim Entdecken eigener Stärken sehr hilfreich sein!

(Photo von Erik Mclean auf Unsplash)